Dienstag, 1. September 2009

Hongkong, China und das Ende der Reise

In Hongkong abends angekommen traf mich ein wenig der Kulturschock. War ich von Suedostasien guenstige Preise und freundliche Menschen gewohnt, war ich nun auf einmal in einer sehr weit entwickelten und teuren Business-Stadt.

Statt Tuk Tuk oder Taxi nun der Linienbus, statt privatem Zimmer im Hotel fuer 6 EUR nun 4-Bett Zimmer im Hostel fuer 12 EUR, statt Thai Gericht fuer 0,60 EUR nun Toastbrot von 7Eleven fuer 1,20 EUR, statt guenstigem Bier nun gezwungenermassen Kneipenverzicht, statt hilfsbereiten und freundlichen Menschen nun auf sich selbst konzentrierte und unfreundliche Hongkong-Chinesen. Das waren so die ersten Eindruecke und sind es eigentlich immer noch.

Am ersten Abend stand ausser ein wenig die Gegend zu erkunden, nicht viel auf dem Programm. Am zweiten Tag wurde erstmal ausgeschlafen und dann ging es rauf zum Victoria Peak, einem Berg von dem man eine hervorragende Aussicht auf die Skyline von Hongkong hat. Mein Timing war perfekt, da ich noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang ankam und wenig spaeter die selben Fotos von der Skyline bei Nacht machen konnte.



Echt beeindruckend die Skyline!

Am Samstag ging es nach Stanley, was ausser einem bescheidenen Markt nicht viel zu bieten hatte.

Sonntag war dann ein hoechst erfolgreicher Tag. Frueh um 7 Uhr bin ich aufgestanden, um nach weniger als einer Stunde Fahrt mit der hochmodernen (deutschen Verkehrssystemen weit ueberlegen!) U-Bahn und Klaerung aller Visa-Modalitaeten bereits um 9 Uhr in der 7 Mio Einwohner Stadt Shenzhen anzukommen, welche direkt hinter der Grenze in China liegt und von Hongkong aus ueber Land sehr schnell zu erreichen ist.

Nun war ich also in China. Waehrend es in Hongkong nicht ganz so schwer ist, Menschen mit vernuenftigen Englisch Kenntnissen zu finden, ist es hier dann doch etwas schwieriger. China ist wohl doch nicht so sehr westlich orientiert und so ist man als Tourist dann bei Busfahrplaenen etc. schon mal mit ausschliesslich chinesischen Schriftzeichen konfrontiert.

Fuer mich ging es aber erstmal in das vom Bahnhof nur 2 Gehminuten entfernte Shopping Paradies. Dieses Kaufhaus liess keine Wuensche offen. Alles original natuerlich...

Nachdem die Taschen voll waren und das Portmonee leer ging es zum eigentlichen Ziel des Tages, welches Fussballstadion hiess. Schliesslich sollte heute der Laenderpunkt China fallen.

Der wurde auch gemacht im Shenzhen Stadion:


Montag ging es mit der Faehre zu Lamma Island, einer der zahlreichen Inseln Hongkongs. Auf der Insel habe ich ein wenig am Strand relaxt, hatte jedoch leider keine Badesachen dabei. Hier kann man naemlich baden, was in Hongkong aufgrund des groesstenteils zu schmutzigen Wassers nicht selbstverstaendlich ist. Die Insel wusste auch ansonsten gut zu gefallen, sehr kleine idyllische Ortschaften und kein Verkehr. Mal ein ganz anderer Teil von Hongkong, voellig gegensaetzlich zur geschaeftstuechtigen City.


Abends habe ich mir dann die taeglich um 20 Uhr stattfindende Lichtshow angeguckt. Hierbei setzen sich diverse Wolkenkratzer in der City durch Lichteffekte in Szene. Das ganze laesst sich von der nicht weit entfernten Insel Kowloon sehr gut beobachten. Meine Kamera hat keine vernuenftigen Bilder geschossen, weshalb ich hier darauf verzichte.

Heute war ich dann noch ein paar Stunden auf einer weiteren Insel, Lantau Island. Hier ist etwas mehr los, aber auch sehr entspannt.


In 5 Stunden geht mein Flieger nach Dubai und nach kurzem Zwischenstop geht's dann weiter nach Hamburg. Freue mich darauf, nach langer Zeit Familie und Freunde wieder zu sehen und wieder zum HSV zu fahren. Das ist es gewesen mit dem Blog, von nun an muss ich mir die Muehe nicht mehr machen ;-) Man sieht sich in Deutschland!

Goodbye Suedostasien, die letzten 2 Wochen in Thailand

In Bangkok angekommen wurde schnell im Hotel eingecheckt und sich kurz frisch gemacht, denn nun konnte endlich das lange geplante Treffen mit meinem Cousin Thorsten erfolgen. Nachdem wir uns in Phnom Penh verpasst hatten, da ich meine Mails nicht gecheckt hatte, nun eben in Bangkok!

Nach einem netten Beginn des Abends mit diversen Getraenken in Bangkok's Bars sollte der Abend noch einen Hoehepunkt bereit halten. Der Besuch einer Ping Pong Show! Was das wohl sein kann, wird sich der eine oder andere fragen? Also mal rein ins Vergnuegen. In der Grossraum Bar sassen bereits etliche Touristen, erstaunlich dabei der Frauenanteil von geschaetzten 30 Prozent!

Die Thai Maedels boten grossen Sport in der Show und konnten mit Einsatz ihres Geschlechtsteils diverse Kunststuecke praesentieren, vor denen ich meinen Respekt zolle. So wurden z.B. Tischtennis Baelle "herausgespuckt", um dann in einem Glas zu landen. Ausserdem wurden meterlange Baender herausgezaubert, keine Ahnung wie das moeglich ist. Und vieles vieles mehr, einfach mal selber angucken. Zum Abschluss gibt's dann noch eine ca. 5 minuetige Live Sex Show mit skurrilsten Stellungen. Zu primitiv? Mag sein, angucken hat sich trotzdem gebockt!

Anschliessend ging es dann noch auf ein paar weitere Getraenke zurueck in die Khao San Road, wo sich saemtliche Budget Unterkuenfte und etliche Bars befinden. Hier noch zwei Bilder. Ach ja wir hatten uns zuvor taetowieren lassen. Ist aber nur eine Taetowierung die nach 3 Jahren wieder verschwindet, hoffe sie gefaellt?



Am Wochenende wurde dann in Bangkok endlich der Laenderpunkt gemacht, das Spiel in der Thai Premier League war zwar bescheiden, aber naja.

Christoph sagte Thailand aufgrund anstehender Studiums-Vorbereitungskurse dann bereits am Sonntag morgen Goodbye, um den Flieger nach Hongkong zu nehmen und einige Tage spaeter bereits nach Deutschland zu fliegen.

Ich blieb zunaechst in Bangkok und guckte am Sonntag noch einmal Fussball. Das Spiel und Stadion war dann schon etwas besser.

Urspruenglich hatte ich vor, anschliessend zur Insel Ko Pha Ngahn aufzubrechen, um einfach 'ne Woche lang die Fuesse hochzulegen, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Hatte die Tage ueber Kwan aus Bangkok kennen gelernt und bin dann kurzerhand mit ihr ein paar Tage nach Pattaya gefahren. Hatte sie vorgeschlagen, ist ein beliebter Urlaubs- und lange Wochenenden Ort fuer Thais, vor allem weil es nur 2 Stunden Fahrt von Bangkok entfernt ist.

Dort sind wir 3 Tage geblieben, ehe es zurueck nach Bangkok ging. Pattaya ist absolut massentouristisch und lockt jedes Jahr allein in der Hauptsaison 1 Million Besucher an. Viele duerften vor allem aus einem Grund kommen, Sex! Man sieht etliche aeltere Herren, europaeisch aussehend und meist mit ordentlicher Bierplautze aber Hauptsache ne 40 Jahre juengere Thai im Arm. Teilweise schon erschreckend. Hier mal ein Beispiel:


Ansonsten gibt's dort viel Strand und viele Bars, wobei in den meisten Thai Maedels bzw. Ladieboys auf interessierte Touristen warten.

Hier noch ein paar Bilder von Pattaya:





Nachdem wir wieder zurueck in Bangkok waren, machte ich mich einen Tag spaeter alleine auf den Weg zur Insel Ko Chang, wo ich zwei Naechte lang blieb. Dort geht's dann schon wesentlich entspannter zu, liess sich sehr gut aushalten dort.




Zurueck in Bangkok blieb ich dann noch fuer zwei Naechte, ehe es dann schon nach Hongkong ging.

Nach Thailand werde ich definitiv noch mal wieder kommen, um etwas mehr vom Land zu sehen. Positiv in Erinnerung bleiben mir die Menschen, die fast immer sehr freundlich sind. Ausserdem das Essen. Ist wohl einer der guenstigsten Orte auf der Welt, um essen zu gehen. Solange man in den Strassen Restaurants isst, zahlt man fuer ein typisches Thai Gericht (geht durch, leckere Sachen) lediglich 0,50-0,80 EUR. Guenstiger geht's wohl kaum! Einmal sind wir Buffet essen gegangen. Man konnte alles moegliche an Essen auswaehlen, alles frisch und sehr lecker. Das Essen hat man selber auf einem Tischgrill zubereitet. War wirklich ein klasse Buffet. Kostenpunkt pro Person: 2,- EUR! Noch Fragen? Die meisten Thais kochen daher in der Regel fast nie und gehen fuer Fruehstueck, Mittagessen und Abendbrot immer zu Strassen Restaurants.

Abgesehen davon hat Thailand mir noch in vielen weiteren Dingen gut gefallen. Ist uebrigens sicherlich das am weitesten entwickelte Land, welches wir auf unserer zweiten Suedostasien Reise gesehen haben.

Kwan begleitete mich noch zum Flughafen und wenige Stunden spaeter war ich dann schon in Hongkong!

Montag, 31. August 2009

Alles Roger in Kambodscha!??

Von Ho Chi Minh City (Saigon) ging es fruehmorgens mit dem Bus nach Phnom Penh, Hauptstadt Kambodschas, welche wir nach 6-stuendiger Busfahrt mittags erreichten.

Es dauerte natuerlich nicht lange, bis dass sich ein Tuk Tuk Fahrer uns annahm, der uns zunaechst zum Hotel an einem See brachte, in dem wir nur schnell einchecken wollten, ehe wir sofort das naechste Ziel Nationalstadion ansteuern sollten.

Etwas schmunzeln mussten wir, als der Hotel Mitarbeiter uns nachfolgte und ploetzlich in unserer Zimmertuer stand und uns diverse Drogen anbot. Die Ironie hierbei war, dass im Tuerrahmen direkt neben ihm die Hotel Vorschrift: "No drugs!" plakatiert war...

Puenktlich zum Anpfiff des Erstligaspiels in der Cambodia Premier League waren wir dann in Kambodschas Nationalstadion, Laenderpunkt mit dem Spiel also gemacht. Hier ein paar Bilder aus dem Stadion:



Anschliessend ging es sportlich weiter und unser Tuk Tuk Fahrer brachte uns zum Kickboxen, welches in Kambodscha beliebt ist und auch im TV uebertragen wird.

Am naechsten Tag ging es mit unserem Tuk Tuk Fahrer dann zu einigen Sehenswuerdigkeiten bzw. wurde die Geschichte Kambodschas etwas erkundet. Kambodscha hat schwere Zeiten hinter sich. Mitte der 70er Jahre hat die kommunistische Khmer Rouge die Regierung Kambodschas gestuerzt und hat von da an versucht, mit Gewalt das Land in einen kommunistischen Bauernstaat umzuwandeln, der sich allein durch Landwirtschaft selbst ernaehrt und auf Importe von anderen Laendern verzichtet. Ueberhaupt sollte jeder westliche Einfluss von der Bevoelkerung ferngehalten werden. Staedte gab es von heute auf morgen nicht mehr, zum Beispiel wurde die ganze Hauptstadt Phnom Penh evakuiert. Stadtbewohner und insbesondere diejenigen, die fuer die vorherige Regierung gearbeitet haben oder einen Job hatten, der sie als gebildet erscheinen laesst, waren ploetzlich ganz unten in der Gesellschaft angesiedelt und waren die am wenigsten angesehenen Bewohner in ihren neuen Doerfern. Nach und nach wurde ein Grossteil der Bevoelkerung, insbesondere der ehemaligen Stadtbevoelkerung, von den Khmer Rouge Soldaten ermordet inklusive deren Frauen und Kinder. Viele andere Menschen kamen durch Hunger um, da der produzierte Reis von den Khmer Rouge lieber nach China geliefert wurde, um im Gegenzug von den Chinesen Waffen zu erhalten.

Das Ende dieses Voelkermordes, dem ein Drittel der kambodschanischen Bevoelkerung zum Opfer fiel, ist erst 30 Jahre her. Heute erinnern in Phnom Penh vor allem zwei Orte an die traurige Geschichte. Zum einen das Tuol Sleng (S21) Museum, welches ein Gefaengnis war, in dem die Khmer Rouge die Gefangenen mit perversen Methoden gefoltert und letztendlich ermordet haben. Zum anderen die Killing Fields. Dort hin wurden Menschen zur Exekutierung gebracht. Wo hin die Fahrt mit dem Bus geht wussten die Menschen natuerlich nicht. Kennt man doch irgendwie auch von der deutschen Geschichte, oder? Um Munition zu sparen, wurden die Menschen mit anderen Waffen wie Spaten etc. ermordet, auch Kinder. Muss sagen, dass die beiden von uns besuchten Orte schon ziemlich Eindruck hinterlassen haben.



Ansonsten haben wir in Phnom Penh noch ein zweites Mal Fussball geguckt und noch ein Waisendorf besucht, die natuerlich gerne Touristen empfangen, um die eine odere andere Geld- oder Essensspende zu empfangen. Das Waisendorf ist eigentlich nicht mehr als ein grosses Gelaende, auf dem Waisen in sehr bescheidenen Verhaeltnissen zusammen leben und dort auch unterrichtet werden. Hier zwei Bilder:


Nicht vorenthalten moechte ich noch ein paar "Alltags-Bilder" aus Phnom Penh, die wir aufgenommen haben. Kambodscha ist das am wenigsten entwickelte Land, welches wir bereist haben. Der Voelkermord hat Spuren hinterlassen und Armut sowie auch Hunger in einigen Teilen der laendlichen Bevoelkerung sind immer noch gegenwaertig. Das Geld ist knapp bei dem Grossteil der Bevoelkerung und so sieht man nicht selten zum Beispiel einen bis oben hin beladenen LKW, auf dessen Ladung dann noch ein paar Leute sitzen. Das, nur um ein Beispiel zu nennen. Dennoch ist es fuer Reisende sicher in Kambodscha, solange man insbesondere auf sein Hab und Gut immer ein Auge hat. Die Menschen sind sehr freundlich und Englisch ist ganz gut verbreitet, was das Kommunizieren mit den Einheimischen natuerlich vereinfacht.

Abgesehen vom Voelkermord hat Kambodscha noch mit weiteren "Altlasten" zu kaempfen. Etliche noch unentdeckte Landminen, die die Amerikaner im Vietnam Krieg in Kambodscha deponiert hatten, um den Nordvietnamesen die Pfade gen Suedvietnam zu versperren. Die Aufraeumarbeiten mit den Landminen werden noch viele weitere Jahre andauern und so kommen weiterhin regelmaessig Menschen durch Landminen um bzw. verletzen sich schwer. Dieses betrifft nicht die touristisch erschlossenen Gebiete, also keine Sorge um uns...




Von Phnom Penh ging es wieder einmal per Bus ueber eine erstaunlich gut ausgebaute Strasse nach Siem Reap, Stadt nahe der Angkor Tempel. Dort ging es abends erstmal in die Kneipe mit dem Namen "Angkor What?" und diese sollte uns auch so gut gefallen, dass meine Wenigkeit um 3 Uhr im Bett lag und Christoph das noch mal um eine Stunde toppte. Nach quasi keinem Schlaf weckte uns dann morgens um 5 Uhr unser Tuk Tuk Fahrer, mit dem wir am Tag zuvor den fruehen Termin ausgemacht hatten, um den Sonnenaufgang bei den Angkor Tempeln zu sehen. Dieser reizte aufgrund unseres Zustands zwar so gar nicht mehr, dennoch rafften wir uns auf, um eine halbe Stunde spaeter bereits beim beruehmtesten der Angkor Tempel anzukommen, dem Angkor Wat Tempel.


Die verschiedenen Angkor Tempel wurden im 12. Jahrhundert in einer Rekordzeit von 37 Jahren erbaut und dienen der Selbstverherrlichung Kambodschas bzw. dessen frueherer Koenige. Die Tempel wurden damals mitten in den Dschungel gebaut und wurden erst 1860 durch einen Franzosen wiederentdeckt, nachdem sie lange Zeit aufgrund religioeser Neuorientierung nicht mehr genutzt und vernachlaessigt wurden. Heute gehoeren die Tempel zu den imposantesten Bauwerken der Welt.




In Suedostasien sind wir es gewohnt, dass sich die Einheimischen auf uns stuerzen, um Transport oder Gueter anzubieten. Jeder will verkaufen und jeder versucht, ein bisschen Geschaeft mit den Touristen zu machen. Dazu gehoeren vor allem auch die Kinder, die zum Lebensunterhalt der Familie beitragen, in dem sie Schmuck und andere kleine Utensilien verkaufen. Bei den Angkor Tempeln sind die Kids besonders hartnaeckig und lassen sich nicht leicht abwimmeln, selbst dann nicht wenn man zum 5. mal erklaert, dass man die Perlenkette nicht haben moechte.

Diese Kids hatten mal zur Abwechselung eine andere Geschaeftsidee im Sinn und konnten durch eine sehr gut einstudierte Gesangseinlage ziemlich beeindrucken.

Ich koennte euch noch mehr Tempel Bilder zeigen, aber ich denke es ist genug fuer 'nen Eindruck. Fuer uns ging es nach dem Mittagessen dann auch weiter. Ein Tag Tempel muss reichen.

Da der Tag noch laengst nicht rum war, liessen wir uns zum "Floating Village" kutschieren. Dort leben, Boot an Boot, die Familien auf dem Fluss zusammen. Es gibt sogar Schulen und kleine Einkaufsmaerkte auf Booten. Der Grund ist nicht, dass die groesstenteils der Fischerei nachgehenden Familien die Romantik eines Hausbootes zu schaetzen wissen, vielmehr sind es Kostengruende. Hier leben sehr arme Menschen, die kein Geld haben, um Land zu kaufen und zudem, dadurch dass sie auf ihren Booten leben, keine Steuern an den Staat zahlen muessen.

Touristen sind auch hier gerne gesehen und werden mit Booten durch das Flussdorf gefahren. Gerne gesehen natuerlich, weil damit ein wenig Geld ins Dorf kommt, insbesondere fuer die Schulen, die Spenden von Touristen gut gebrauchen koennen.

Die Eindruecke waren krass. Die Menschen leben in bescheidensten Verhaeltnissen auf den Booten und immer wieder kommen Kinder oder auch Familien mit den Booten und versuchen, den Touristen irgendwas zu bieten (beliebt ist das Praesentieren von ungefaehrlichen Schlangen), um ein Foto zu ermoeglichen und im Gegenzug eine kleine Dollarspende (ja in Kambodscha ist der US Dollar ungefaehr im gleichen Ausmass im Umlauf wie die einheimische Waehrung kambodschanischer Riel!) zu erhalten.






Mit etlichen Eindruecken von Kambodscha verliessen wir am naechsten Tag das Land gen Thailands Hauptstadt Bangkok, welche wir nach langem 11 Stunden Bustrip erreichten.

Kambodscha hat uns gut gefallen. Fuer mich persoenlich mit ganz oben auf der Liste der Laender, die ich gerne noch mal und ausfuehrlicher bereisen moechte. Vielleicht deswegen, weil ich zum einen die Menschen als sehr freundlich in Erinnerung behalte, zum anderen die Gegensaetze im Hinblick auf die Armut am beeindruckendsten waren.

Samstag, 29. August 2009

Good morning Vietnam

Der erste Tag in Vietnam in der Hauptstadt Hanoi hatte folgende Highlights fuer mich persoenlich zu bieten:
Durchfall und Erbrechen, einen wenig zufriedenstellenden Haarschnitt beim oertlichen Frisoer, verwirrte Motorbike Fahrer die aufgrund sehr geringfuegiger Englisch Kenntnisse das Reiseziel 'groesstes Schwimmbad von Hanoi' nicht fanden und weitere Missverstaendnisse.

Abgehakt und am naechsten Tag ging es dann per Bus (den haette man fast verpennt) zur Halong Bay, weltberuehmte Insellandschaft vor der Kueste Vietnams. Diese wurde natuerlich per Schiff erkundet und zwar 2 Tage lang mit einer Uebernachtung an Bord des Schiffes.


War ganz nett und von der Insellandschaft her vergleichbar mit den Whitsunday Islands in Australien. Hier gab es dann z.B. noch einige Hoehlen zu sehen.

Zudem konnte den dort auf Booten hausenden Fischern bei der taeglichen Arbeit zugeschaut werden. Auch schwimmende Kioske gab es, die energisch ihre Vorraete an die Touristen zu verkaufen versuchten.

Ansonsten konnte man es sich an Bord des Schiffes bequem machen und das gute Essen an Bord geniessen.


Zurueck in Hanoi haben wir dort am naechsten Tag den Fussball Laenderpunkt mit einem Zweitligaspiel gemacht. Direkt vor dem Stadion ein vietnamesischer Strassen Frisoer, ob der meinen Haarschnitt besser hinbekommen haette?

Mittlerweile hatten wir uebrigens fuer uns das Motorbike zum Hauptverkehrsreisemittel erklaert. Macht Sinn, denn es ist am guenstigsten und man kommt am schnellsten voran. Und obendrein natuerlich Spass und Adrenalinfaktor wesentlich hoeher, als beim Taxi. Ganz Hanoi und eigentlich ganz Vietnam ist eine Ansammlung von Motorbikes (zu deutsch: Roller). Grund ist, dass diese sehr guenstig zu bekommen sind und es insbesondere in Hanoi viel einfacher ist, einen Parkplatz zu finden.

So findet dann schon mal oefters eine 4-koepfige (auch 5-koepfig wurde einmal gesehen!) Famile auf einem Motorbike Platz, um von A nach B zu kommen. Ebenso werden saemtliche Gueter auf den Motorbikes transportiert, von Tieren bis zu mehreren Stapeln von Paketen.

Verkehrsregeln sind hier nicht von allzu hoher Bedeutung. Der Fahrstil ist eher Harakiri, rote Ampeln werden vor allem nachts kaum beachtet, es wird einfach gefahren. Es verwundert einen dann aber auch nicht mehr so sehr, sobald man erfahren hat, dass man hier den Fuehrerschein erhaelt, sobald man genug Kohle dafuer hinblaettert...

Mit solch einem Motorbike wurden dann in Hanoi auch noch einige Sehenswuerdigkeiten abgeklappert. Highlight das Ho Chi Minh Mausoleum, wo die "aeussere Huelle" des Leichnam des Kommunisten Fuehrer Ho Chi Minh kuenstlich in Stand gehalten wird, weshalb Ho Chi Minh, wenn er so da liegt, genau so aussieht, wie zu dem Zeitpunkt als er gestorben ist. Sehr beeindruckend! Strikte Vorschriften hier uebrigens, keine Fotoapparate erlaubt, Sicherheitskontrollen, lange Kleidung vorgeschrieben sowie nur ein kurzes Angucken erlaubt.

Restaurants gibt es in Hanoi genug und wir entschieden uns abends vietnamesich Essen zu gehen. Fuer umgerechnet 3 EUR wurde uns ein Kochtopf ueber einer Flamme auf den Tisch gestellt und Mengen an diversen Fleisch und Fischsorten sowie Nudeln und weiteren Beilagen geliefert. Das Essen haben wir uns also selber gekocht. Super Sache und macht echt Spass, in dieser Form essen zu gehen.

Von Hanoi hatten wir dann genug und es ging weiter nach Thanh Hoa, welches eigentlich so gar nicht der Ort ist, der von Touristen heimgesucht wird. Grund unseres Kommens war das Erstligaspiel von Thanh Hoa, zu dem wir puenktlich zum Anstoss im Stadion Platz fanden.


Wie schon erwaehnt ist Thanh Hoa kein Touristenort. So geschah es, dass wir wir eine wahre Attraktion fuer die Vietnamesen gewesen sind. Einige scheinen wohl in ihrem bisherigen Leben noch keinen Weissen gesehen zu haben, so zumindest hatte es fuer uns den Anschein. Immer wieder wurden wir mit "Hello" (uebrigens das wohl einzige englische Wort, was 99 Prozent der Einwohner hier beherrschen ;-) ) begruesst und angelaechelt und immer wieder wollten Menschen, vor allem Kinder, unsere Hand schuetteln. Echt Wahnsinn! Konnte man gut aushalten, dort im Mittelpunkt zu stehen!

Englisch sprechende Menschen zu finden ist kein leichtes Unterfangen in Vietnam und in Thanh Hoa ist es dann noch mal wesentlich schwieriger. So sitzt man schon mal im Taxi und fragt nach der "Train Station" und bekommt nur ein Stirnrunzeln als Antwort. Aber man wird einfallsreich in solchen Situationen und mittels Gestiken und Zeichnungen (ja, ich habe tatsaechlich nen Zug aufgemalt. Welchen der Taxifahrer aufgrund miserabler Zeichnung allerdings nicht erkannt hat...) bekommt man sein Anliegen dann doch irgendwie vermittelt. Abenteuer!

Am naechsten Tag ging es dann in in einer 12 Stunden Busfahrt bis nach Hue. Dort natuerlich keine Ansage vom Busfahrer (warum auch??) und somit Hue verpennt. Auf meine Nachfrage kurze Zeit spaeter wurden wir dann an einer Autobahnraststaette unsanft aus dem Bus gekickt. Diese "Autobahnraststaette" bestand aus einem Marktstand mit diversen Guetern sowie einer "Toilette" (mittels Gestiken wurde mir vermittelt, in die Wildnis direkt hinterm Stand zu scheissen, aber bitte schoen hinter einen Stock, der wohl als Markierung dient). An dieser Autobahnraststaette erfuhr man dann auch, dass man wohl bereits ein Stueck hinter Hue gelandet war. Dankenswerterweise hatte der einzige brauchbare Mensch vom Buspersonal uns zumindest noch ein Taxi gerufen. Dieses entgegen dem Willen des Busfahrer A...l. der, nachdem er uns unsanft aus dem Bus geschubst hatte, noch verhindern wollte, dass sein Kollege ein Taxi fuer uns ruft. Herzlichen Dank.

Nicht sicher, ob das offensichtlich bestellte Taxi denn auch seinen Weg zu uns machen wuerde, liessen wir uns von den beiden erstbesten Vietnamesen mit Motorrollern dazu ueberreden, unser schweres, sperriges Gepaeck sowie uns selbst aufzuladen und uns auf den Weg nach Hue zu machen. Verkehrssicherheit fuer Person und Ladung war nicht annaehernd gegeben (meine 70 Liter Tasche, 25 kg schwer, mal eben zwischen die Beine vom Fahrer geklemmt, lenken kaum moeglich) aber wir sind ja schliesslich in Vietnam und hier spielt sowas eh keine Rolle. Auch nicht, dass es nicht mal nen Helm fuer unsereins gab. Immer positiv denken!

Unterwegs kam uns dann das Taxi entgegen und somit wurde das Verkehrsmittel gewechselt, ist dann doch bisschen sicherer mit dem Taxi...

Es war schon mitten in der Nacht, als wir in Hue ankamen und somit entschied ich mich auch aufgrund anhaltenden Durchfalls auszupennen, waehrend Christoph schon wenig spaeter um 6 Uhr morgens zu einer Tagestour aufbrach, bei der er die fruehere Grenze zwischen Nord- und Suedvietnam sowie Tunnel der Vietcong anschaute. Die Vietcong waren kommunistische Kaempfer aus Nordvietnam, die unter der Herrschaft des Kommunisten Fuehrers Ho Chi Minh im Vietnam Krieg gegen den anti-kommunistischen Sueden sowie die damit verbuendeten Amerikaner kaempften.

Abends berichtete Christoph, dass alte Kriegsveteranen Medaillen verkauften, die sein Interesse geweckt hatten. Nachdem er sich mit dem Verkaeufer bereits auf einen Preis geeinigt hatte, kam ein weiterer Veteran hinzu und unterbot den Preis. Dieses hatte heftigste Wortgefechte zwischen den Veteranen zur Folge und endete letztendlich in einer Massenschlaegerei (weitere Verkaeufer gesellten sich hinzu) unter Einsatz von Faeusten und Tritten sowie dem Einsatz des Medaillenbuendels als Schlagwaffe.

Mein Tag war weniger aufregend. Habe mir einige Sehenswuerdigkeiten von Hue angeguckt, unter anderem die Graeber von diversen Koenigen, und zudem ein vietnamesiches Dorf auf dem Land besichtigt.


Fuer den naechsten Tag hatten wir beide jeweils einen Motorbike Guide gemietet, um die ca. 200 km nach Hoi An zu bewaeltigen. Der Trip war hervorragend. Dadurch, dass wir nicht in einem mit Touristen vollgestopften Reisebus sassen, der uns lediglich von einer grossen Stadt in die naechste bringt, hatten wir die Moeglichkeit an vielen unterschiedlichen Orten unterwegs zu stoppen. Unter anderem hat uns China Beach gut gefallen, wo endlich mal wieder geschwommen werden konnte. Ich habe von dem Trip sehr viele schoene Bilder, nur sind diese nun leider weg, dazu spaeter mehr. Kann euch daher keine zeigen.

Von Hoi An ging es ueber Nacht im Reisebus nach Nha Trang. Dort morgens voellig uebermuedet angekommen und erst im Hotel festgestellt, dass meine Kamera sowie umgerechnet 50 EUR im Portmonee fehlen. Zurueck zum Bus (welcher fast ausschliesslich von Touristen besetzt war) und den noch mal abgesucht, aber Fehlanzeige. Auf meine natuerliche Bitte an das Busunternehmen, meine Handynummer zu notieren fuer den Fall, dass die Kamera doch noch wieder auftaucht, wurde mir voelliges Unverstaendnis entgegen gebracht. Leider muss ich sagen, dass es mir das Verhalten und die sogenannte "Freundlichkeit" von einigen Vietnamesen nicht gerade einfach macht, Vietnam in genau so positiver Erinnerung wie die anderen suedostasiatischen Laender zu behalten.

Naja Kamera weg und bis heute auch nicht wieder aufgetaucht, daher muss von nun an auf Bilder in diesem Bericht verzichtet werden (die Bilder von Christoph habe ich leider auch gerade nicht hier).

In Nha Trang mussten wir dem staendigen Reisen etwas Tribut zollen und so haben wir mal ein wenig im klimatisierten Hotelzimmer bei diversen Mac Giver Folgen und Modern Talking DVD (beide dieser natuerlich originalen DVD's zu Schnaeppchenpreisen in Hanoi erstanden) entspannt. Weltklasse Tagesprogramm!

Abends zog es uns dann aber doch noch mal raus und wo man doch denken sollte, dass das Reisen in Suedostasien nicht gefaehrlich ist, durften wir dann doch noch zumindest fuer einen Abend eines besseren belehrt werden ;-)

Der abendliche Barbesuch wurde naemlich durch Schliessung der Bar abrupt beendet. Grund hierfuer war der fruehere Barbesitzer, der an diesem Abend als Gast in der Bar war und auf einmal Streit mit weiteren Bargaesten anfing, in dessen Verlauf er eine Wumme zueckte. Das ganze ca. 1 Meter von uns entfernt. Da bleibt der Cola-Wodka Drink dann schon mal schnell in der Kehle stecken... Aber alles halb soweit. Mit quietschenden Reifen fuhr der Gute davon und wird sicher spaeter noch Besuch der Gendarmerie erhalten haben.

Am naechsten Tag ging es wiederum per Bus (wir haben in Vietnam definitiv zu viel Zeit fuer Busfahren investiert und zu wenig das Land genossen, aber so ist das nun mal leider mit knappem Zeitplan) nach Saigon, pardon... Ho Chi Minh City, wie es heutzutage heisst. Dieses ist die groesste Stadt Vietnams mit 7,1 Mio. Einwohnern, allerdings nicht Hauptstadt, das ist Hanoi.

Dort abends noch ein wenig den Markt besucht und am naechsten Tag musste es leider dann schon weitergehen. Fuer 6:30 Uhr war der Bus in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh gebucht. Dieser sollte auch erreicht werden, obwohl die Wecker von uns mal wieder nicht gehoert wurden und ich erst um 06:27 Uhr aufwachte...

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Ich schreibe gerade aus Hongkong, von wo aus es am Mittwoch bereits wieder nach Deutschland geht. Christoph ist seit 2 Wochen bereits wieder in Deutschland wegen anstehendem Studium. Freue mich mittlerweile schon sehr auf zu Hause. Hoffe, dass ich weitere Berichte ueber die letzten Tagen und Wochen in Kambodscha und Thailand zeitnah reinsetzen kann, aber verspreche da nix.