Der erste Tag in Vietnam in der Hauptstadt Hanoi hatte folgende Highlights fuer mich persoenlich zu bieten:
Durchfall und Erbrechen, einen wenig zufriedenstellenden Haarschnitt beim oertlichen Frisoer, verwirrte Motorbike Fahrer die aufgrund sehr geringfuegiger Englisch Kenntnisse das Reiseziel 'groesstes Schwimmbad von Hanoi' nicht fanden und weitere Missverstaendnisse.
Abgehakt und am naechsten Tag ging es dann per Bus (den haette man fast verpennt) zur Halong Bay, weltberuehmte Insellandschaft vor der Kueste Vietnams. Diese wurde natuerlich per Schiff erkundet und zwar 2 Tage lang mit einer Uebernachtung an Bord des Schiffes.


War ganz nett und von der Insellandschaft her vergleichbar mit den Whitsunday Islands in Australien. Hier gab es dann z.B. noch einige Hoehlen zu sehen.

Zudem konnte den dort auf Booten hausenden Fischern bei der taeglichen Arbeit zugeschaut werden. Auch schwimmende Kioske gab es, die energisch ihre Vorraete an die Touristen zu verkaufen versuchten.

Ansonsten konnte man es sich an Bord des Schiffes bequem machen und das gute Essen an Bord geniessen.


Zurueck in Hanoi haben wir dort am naechsten Tag den Fussball Laenderpunkt mit einem Zweitligaspiel gemacht. Direkt vor dem Stadion ein vietnamesischer Strassen Frisoer, ob der meinen Haarschnitt besser hinbekommen haette?

Mittlerweile hatten wir uebrigens fuer uns das Motorbike zum Hauptverkehrsreisemittel erklaert. Macht Sinn, denn es ist am guenstigsten und man kommt am schnellsten voran. Und obendrein natuerlich Spass und Adrenalinfaktor wesentlich hoeher, als beim Taxi. Ganz Hanoi und eigentlich ganz Vietnam ist eine Ansammlung von Motorbikes (zu deutsch: Roller). Grund ist, dass diese sehr guenstig zu bekommen sind und es insbesondere in Hanoi viel einfacher ist, einen Parkplatz zu finden.
So findet dann schon mal oefters eine 4-koepfige (auch 5-koepfig wurde einmal gesehen!) Famile auf einem Motorbike Platz, um von A nach B zu kommen. Ebenso werden saemtliche Gueter auf den Motorbikes transportiert, von Tieren bis zu mehreren Stapeln von Paketen.
Verkehrsregeln sind hier nicht von allzu hoher Bedeutung. Der Fahrstil ist eher Harakiri, rote Ampeln werden vor allem nachts kaum beachtet, es wird einfach gefahren. Es verwundert einen dann aber auch nicht mehr so sehr, sobald man erfahren hat, dass man hier den Fuehrerschein erhaelt, sobald man genug Kohle dafuer hinblaettert...

Mit solch einem Motorbike wurden dann in Hanoi auch noch einige Sehenswuerdigkeiten abgeklappert. Highlight das Ho Chi Minh Mausoleum, wo die "aeussere Huelle" des Leichnam des Kommunisten Fuehrer Ho Chi Minh kuenstlich in Stand gehalten wird, weshalb Ho Chi Minh, wenn er so da liegt, genau so aussieht, wie zu dem Zeitpunkt als er gestorben ist. Sehr beeindruckend! Strikte Vorschriften hier uebrigens, keine Fotoapparate erlaubt, Sicherheitskontrollen, lange Kleidung vorgeschrieben sowie nur ein kurzes Angucken erlaubt.
Restaurants gibt es in Hanoi genug und wir entschieden uns abends vietnamesich Essen zu gehen. Fuer umgerechnet 3 EUR wurde uns ein Kochtopf ueber einer Flamme auf den Tisch gestellt und Mengen an diversen Fleisch und Fischsorten sowie Nudeln und weiteren Beilagen geliefert. Das Essen haben wir uns also selber gekocht. Super Sache und macht echt Spass, in dieser Form essen zu gehen.

Von Hanoi hatten wir dann genug und es ging weiter nach Thanh Hoa, welches eigentlich so gar nicht der Ort ist, der von Touristen heimgesucht wird. Grund unseres Kommens war das Erstligaspiel von Thanh Hoa, zu dem wir puenktlich zum Anstoss im Stadion Platz fanden.


Wie schon erwaehnt ist Thanh Hoa kein Touristenort. So geschah es, dass wir wir eine wahre Attraktion fuer die Vietnamesen gewesen sind. Einige scheinen wohl in ihrem bisherigen Leben noch keinen Weissen gesehen zu haben, so zumindest hatte es fuer uns den Anschein. Immer wieder wurden wir mit "Hello" (uebrigens das wohl einzige englische Wort, was 99 Prozent der Einwohner hier beherrschen ;-) ) begruesst und angelaechelt und immer wieder wollten Menschen, vor allem Kinder, unsere Hand schuetteln. Echt Wahnsinn! Konnte man gut aushalten, dort im Mittelpunkt zu stehen!
Englisch sprechende Menschen zu finden ist kein leichtes Unterfangen in Vietnam und in Thanh Hoa ist es dann noch mal wesentlich schwieriger. So sitzt man schon mal im Taxi und fragt nach der "Train Station" und bekommt nur ein Stirnrunzeln als Antwort. Aber man wird einfallsreich in solchen Situationen und mittels Gestiken und Zeichnungen (ja, ich habe tatsaechlich nen Zug aufgemalt. Welchen der Taxifahrer aufgrund miserabler Zeichnung allerdings nicht erkannt hat...) bekommt man sein Anliegen dann doch irgendwie vermittelt. Abenteuer!
Am naechsten Tag ging es dann in in einer 12 Stunden Busfahrt bis nach Hue. Dort natuerlich keine Ansage vom Busfahrer (warum auch??) und somit Hue verpennt. Auf meine Nachfrage kurze Zeit spaeter wurden wir dann an einer Autobahnraststaette unsanft aus dem Bus gekickt. Diese "Autobahnraststaette" bestand aus einem Marktstand mit diversen Guetern sowie einer "Toilette" (mittels Gestiken wurde mir vermittelt, in die Wildnis direkt hinterm Stand zu scheissen, aber bitte schoen hinter einen Stock, der wohl als Markierung dient). An dieser Autobahnraststaette erfuhr man dann auch, dass man wohl bereits ein Stueck hinter Hue gelandet war. Dankenswerterweise hatte der einzige brauchbare Mensch vom Buspersonal uns zumindest noch ein Taxi gerufen. Dieses entgegen dem Willen des Busfahrer A...l. der, nachdem er uns unsanft aus dem Bus geschubst hatte, noch verhindern wollte, dass sein Kollege ein Taxi fuer uns ruft. Herzlichen Dank.
Nicht sicher, ob das offensichtlich bestellte Taxi denn auch seinen Weg zu uns machen wuerde, liessen wir uns von den beiden erstbesten Vietnamesen mit Motorrollern dazu ueberreden, unser schweres, sperriges Gepaeck sowie uns selbst aufzuladen und uns auf den Weg nach Hue zu machen. Verkehrssicherheit fuer Person und Ladung war nicht annaehernd gegeben (meine 70 Liter Tasche, 25 kg schwer, mal eben zwischen die Beine vom Fahrer geklemmt, lenken kaum moeglich) aber wir sind ja schliesslich in Vietnam und hier spielt sowas eh keine Rolle. Auch nicht, dass es nicht mal nen Helm fuer unsereins gab. Immer positiv denken!
Unterwegs kam uns dann das Taxi entgegen und somit wurde das Verkehrsmittel gewechselt, ist dann doch bisschen sicherer mit dem Taxi...
Es war schon mitten in der Nacht, als wir in Hue ankamen und somit entschied ich mich auch aufgrund anhaltenden Durchfalls auszupennen, waehrend Christoph schon wenig spaeter um 6 Uhr morgens zu einer Tagestour aufbrach, bei der er die fruehere Grenze zwischen Nord- und Suedvietnam sowie Tunnel der Vietcong anschaute. Die Vietcong waren kommunistische Kaempfer aus Nordvietnam, die unter der Herrschaft des Kommunisten Fuehrers Ho Chi Minh im Vietnam Krieg gegen den anti-kommunistischen Sueden sowie die damit verbuendeten Amerikaner kaempften.
Abends berichtete Christoph, dass alte Kriegsveteranen Medaillen verkauften, die sein Interesse geweckt hatten. Nachdem er sich mit dem Verkaeufer bereits auf einen Preis geeinigt hatte, kam ein weiterer Veteran hinzu und unterbot den Preis. Dieses hatte heftigste Wortgefechte zwischen den Veteranen zur Folge und endete letztendlich in einer Massenschlaegerei (weitere Verkaeufer gesellten sich hinzu) unter Einsatz von Faeusten und Tritten sowie dem Einsatz des Medaillenbuendels als Schlagwaffe.
Mein Tag war weniger aufregend. Habe mir einige Sehenswuerdigkeiten von Hue angeguckt, unter anderem die Graeber von diversen Koenigen, und zudem ein vietnamesiches Dorf auf dem Land besichtigt.


Fuer den naechsten Tag hatten wir beide jeweils einen Motorbike Guide gemietet, um die ca. 200 km nach Hoi An zu bewaeltigen. Der Trip war hervorragend. Dadurch, dass wir nicht in einem mit Touristen vollgestopften Reisebus sassen, der uns lediglich von einer grossen Stadt in die naechste bringt, hatten wir die Moeglichkeit an vielen unterschiedlichen Orten unterwegs zu stoppen. Unter anderem hat uns China Beach gut gefallen, wo endlich mal wieder geschwommen werden konnte. Ich habe von dem Trip sehr viele schoene Bilder, nur sind diese nun leider weg, dazu spaeter mehr. Kann euch daher keine zeigen.
Von Hoi An ging es ueber Nacht im Reisebus nach Nha Trang. Dort morgens voellig uebermuedet angekommen und erst im Hotel festgestellt, dass meine Kamera sowie umgerechnet 50 EUR im Portmonee fehlen. Zurueck zum Bus (welcher fast ausschliesslich von Touristen besetzt war) und den noch mal abgesucht, aber Fehlanzeige. Auf meine natuerliche Bitte an das Busunternehmen, meine Handynummer zu notieren fuer den Fall, dass die Kamera doch noch wieder auftaucht, wurde mir voelliges Unverstaendnis entgegen gebracht. Leider muss ich sagen, dass es mir das Verhalten und die sogenannte "Freundlichkeit" von einigen Vietnamesen nicht gerade einfach macht, Vietnam in genau so positiver Erinnerung wie die anderen suedostasiatischen Laender zu behalten.
Naja Kamera weg und bis heute auch nicht wieder aufgetaucht, daher muss von nun an auf Bilder in diesem Bericht verzichtet werden (die Bilder von Christoph habe ich leider auch gerade nicht hier).
In Nha Trang mussten wir dem staendigen Reisen etwas Tribut zollen und so haben wir mal ein wenig im klimatisierten Hotelzimmer bei diversen Mac Giver Folgen und Modern Talking DVD (beide dieser natuerlich originalen DVD's zu Schnaeppchenpreisen in Hanoi erstanden) entspannt. Weltklasse Tagesprogramm!
Abends zog es uns dann aber doch noch mal raus und wo man doch denken sollte, dass das Reisen in Suedostasien nicht gefaehrlich ist, durften wir dann doch noch zumindest fuer einen Abend eines besseren belehrt werden ;-)
Der abendliche Barbesuch wurde naemlich durch Schliessung der Bar abrupt beendet. Grund hierfuer war der fruehere Barbesitzer, der an diesem Abend als Gast in der Bar war und auf einmal Streit mit weiteren Bargaesten anfing, in dessen Verlauf er eine Wumme zueckte. Das ganze ca. 1 Meter von uns entfernt. Da bleibt der Cola-Wodka Drink dann schon mal schnell in der Kehle stecken... Aber alles halb soweit. Mit quietschenden Reifen fuhr der Gute davon und wird sicher spaeter noch Besuch der Gendarmerie erhalten haben.
Am naechsten Tag ging es wiederum per Bus (wir haben in Vietnam definitiv zu viel Zeit fuer Busfahren investiert und zu wenig das Land genossen, aber so ist das nun mal leider mit knappem Zeitplan) nach Saigon, pardon... Ho Chi Minh City, wie es heutzutage heisst. Dieses ist die groesste Stadt Vietnams mit 7,1 Mio. Einwohnern, allerdings nicht Hauptstadt, das ist Hanoi.
Dort abends noch ein wenig den Markt besucht und am naechsten Tag musste es leider dann schon weitergehen. Fuer 6:30 Uhr war der Bus in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh gebucht. Dieser sollte auch erreicht werden, obwohl die Wecker von uns mal wieder nicht gehoert wurden und ich erst um 06:27 Uhr aufwachte...
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Ich schreibe gerade aus Hongkong, von wo aus es am Mittwoch bereits wieder nach Deutschland geht. Christoph ist seit 2 Wochen bereits wieder in Deutschland wegen anstehendem Studium. Freue mich mittlerweile schon sehr auf zu Hause. Hoffe, dass ich weitere Berichte ueber die letzten Tagen und Wochen in Kambodscha und Thailand zeitnah reinsetzen kann, aber verspreche da nix.